jugendliche und drogen

Es ist heute keine Besonderheit mehr, wenn 11 bis 13 jährige bereits weit reichende Erfahrungen mit Alkohol, Nikotin, Cannabis und nicht selten auch mit Heroin und Kokain machen.

 

Ausschlaggebend dafür, ob aus dem Ausprobieren eine Abhängigkeit erwächst, ist die aktuelle konstitutionelle und psychosoziale Situation in der sich die jungen Menschen befinden. Negative Konstellationen von biographischen Gegebenheiten können zu Entwicklungsstörungen führen. In dieser Phase werden schließlich auch die Weichen für die schulische und berufliche Karriere gestellt; somit kann das Ausprobieren von Drogen in manchen Fällen fatale weit reichende biographische Folgen haben.

 

Wir sind bei der Auseinandersetzung mit dieser Altersgruppe zu folgenden Einsichten gelangt:

 

  • Drogenmissbrauch im Jugendalter kann ein riskanter Versuch der Lebensbewältigung sein und braucht vor allem pädagogische Hilfestellung, um eine chronische Pathologisierung abzuwenden.
  • Eine klinische Pathologisierung des Phänomens geht an dem Selbstbild der meisten Jugendlichen vorbei und birgt die Gefahr der negativen Karrierezuschreibung.
  • Die Förderung der Jugendlichen darf sich nicht auf das Symptom des Drogenmissbrauchs beschränken. Eine umfassende Hilfe, die ihnen die breite Palette der Persönlichkeitsentfaltung und der gesellschaftlichen Teilhabechancen erschließt, ist notwendig.
  • Jugendliche bedürfen eines hüllebildenden, heilenden, entwicklungsfördernden Milieus, in dem sie Schutz finden, ihre Anlagen entdecken und Fähigkeiten ausbilden können.
  • Jugendliche leben stark gegenwartsorientiert und brauchen Erlebnisfelder, in denen sie in gesunder Weise Grenzerfahrungen machen können.
  • Jugendliche brauchen Bezugspersonen, die ihnen bei der Aufarbeitung von Entwicklungsstörungen und der Bewältigung weiterer Entwicklungsanforderungen beistehen.