Die par-ce-val Jugendhilfe im Verbund ist ein Zusammenschluss verschiedener vollstationärer Jugendhilfeeinrichtungen. Diese einzelnen eigenständigen gemeinnützigen Gesellschaften liegen in verschiedenen Bundesländern und heißen par-ce-val Jugendhilfe Berlin gGmbH, par-ce-val Jugendhilfe Brandenburg gGmbH, par-ce-val Jugendhilfe Sachsen gGmbH und par-ce-val Jugendhilfe Schwarzenfels in Trägerschaft der Daumer Haus gGmbH. Diese Einrichtungen sind ideell Teil eines größeren Trägerverbundes, zu dem auch ein Krankenhaus, medizinische Versorgungszentren sowie andere pädagogische, soziale und medizinische Einrichtungen gehören. Ein Netzwerk der Hilfen.

Aufgenommen werden junge Menschen, die in ihrer aktuellen Lebenssituation von Drogenabhängigkeit betroffen sind, bzw. eine starke Gefährdung vorliegt,  dies auch in Kombination mit abweichendem Verhalten wie z.B. Schulverweigerung und Straffälligkeit.

Aufnahmeanfragen können über unsere Geschäftsstelle (Marion Schoening, vertretend Melanie Petke) telefonisch unter 030.36431373, per Fax an 030.36431375 oder per E-Mail an gs@parceval.de gestellt werden. 

Jugendamt

Bevor es zur Anfrage kommt, braucht es eine Hilfeberatung und Kostenabklärung.

Aufnahmeanfrage

Das Jugendamt sendet uns nach Zustimmung der Sorgeberechtigten die Fallanfrage und wir prüfen die Passung.

Informationsgespräch

Vorstellung unserer Arbeit und erste Orientierung zum Verlauf der Hilfe und Zielstellung. "Bist du bereit, dich einzulassen?"

Rundgang

Wir führen herum und es gibt die Gelegenheit, andere kennenzulernen. "Wie könnte mein Zimmer aussehen?"

Entscheidung

"Schlaf erst einmal drüber." Sollte von allen Beteiligten eine Aufnahme für sinnvoll erachtet werden, wird in einer Hilfekonferenz mit dem Jugendamt ein Hilfeplan erstellt, der die Grundlage für die Betreuung bildet.

Aufnahme

Es wird vielleicht mühsam und auch schwer, aber es ist eine Chance, sich auf den Weg zu machen, Ziele und Perspektiven zu entwickeln...

Leistungsumfang

Unsere Jugendhilfe par-ce-val arbeitet an allen Standorten lebensweltorientiert und integrativ. Die Eltern- und Familienarbeit hat ebenso einen hohen Stellenwert, wie uns auch die sozialen, regionalen, kulturellen und gesellschaftlichen Selbstverständnisse des Jugendlichen wichtig sind. Zu Beginn der Betreuung wird eine umfassende psychosoziale und medizinische Diagnostik erhoben, die im Verlauf des Aufenthaltes ergänzt und vertieft wird. Solche diagnostischen Erkenntnisse und die Verabredungen aus dem Hilfeplan sind die Grundlagen des Auftrags und damit des individuellen Entwicklungsplans eines Jugendlichen. Alle Vornahmen werden mit dem Jugendamt, den Angehörigen und dem Jugendlichen gemeinsam erarbeitet und verabredet, denn sie sind die richtunggebende Grundlage für eine gelingende individuelle Persönlichkeitsentwicklung und deren Planung. Im Lebensprozess innerhalb der Einrichtung werden Entwicklungsschritte und Entwicklungsziele für den Jugendlichen entsprechend reflektiert, ergänzt oder abgewandelt. Entsprechend dieser Entwicklungspläne werden in den Einrichtungen Maßnahmen angeboten, die nach dem Rahmenkonzept verfügbar sind, um beispielsweise persönlichen Bezug zur Natur aufzubauen, bewusste Vollwerternährung kennen und in der Regel schätzen zu lernen oder die harmonische Gestaltung von Wohn- und Lebensraum zu erleben sowie rhythmische Kontinuität im Tageslauf zur Hilfe in der Auseinandersetzung zu erfahren.

Durch dies Tal

Der Name par-ce-val wurde zum einen in Anlehnung an die Parzival-Legende gewählt, zum anderen ergibt sich dieser, im Sinn ergänzend, aus einem Wortspiel – aus dem Französischen „durch dies Tal“. Drogenkonsum und Anpassungsstörungen im Jugendalter werden von uns als eine überwindbare Talsohle des Lebens gesehen; diese Legende um Parzival beschreibt die Suche des jungen Menschen nach der eigenen Individualität und Identität. Hier vermittelt die biografische Erzählung Parzival ein idealtypisches, ein gutes Bild von der Thematik eines Jugendlichen auf der Suche nach sich selbst. Parzival ist ein junger Mensch, dessen Mutter ihn vor der Welt beschützen möchte, vor allem weil sie ihn nicht genauso wie seinen Vater, der im Kampf als Ritter gefallen war, verlieren möchte. Er jedoch spürt einen starken Drang in die Welt zu ziehen, weg von Zuhause. Die Mutter versucht dies erfolglos zu verhindern, sie stattet ihn vorsätzlich schlecht aus, damit er verzagt und wieder zu ihr zurückkehrt. Parzival löst sich von der Mutter. Eine lange Odyssee beginnt, Parzival macht viele „Fehler“, begeht Taten, die er bereut, er unterlässt bestimmte Taten, was er ebenfalls bereut, er ist oft verzweifelt. Parzival geht „seinen Weg“, ohne recht zu wissen wohin. Die Begegnung mit anderen Menschen und deren Hinweise helfen ihm, die richtigen Fragen an das Leben und an sich selbst zu entwickeln, um somit auch seinen Platz in der Welt zu finden.

Unsere Geschichte

Wir haben unsere Tätigkeit im März 2000 in Berlin mit der Gründung einer stationären Einrichtung für drogenabhängige und suchtgefährdete Minderjährige aufgenommen. In der Folgezeit entstanden aus dem gegebenen Bedarf weitere gleichartige Einrichtungen. Zurzeit besteht der Verbund aus sechs gemeinnützigen Gesellschaften mit beschränkter Haftung (gGmbH) mit sieben stationären Jugendhilfeeinrichtungs- standorten in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Hessen und Sachsen sowie einer Sucht-Reha-Klinik für Volljährige am Bodensee. Zum Verbund gehört ebenfalls ein Demeter Hof. Hinzu kommen viele weitere Kooperationspartner im gesamten Bundesgebiet und auch im Ausland. Dadurch ist ein großes Netzwerk verfügbar, in dem insbesondere auch im Bereich ‚Forschung‘ sowie

‚Ausbildung von Mitarbeitern‘ erfreuliche Synergien möglich werden. Gesellschafter der meisten gemeinnützigen GmbHs ist der ‚gemeinnützige Verein zur Förderung und Entwicklung anthroposophisch erweiterter Heilkunst e.V.‘, Berlin. Dieser Verein besteht seit 1991 und ist seit 1995 Träger des Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, welches zuvor örtlicher Bereich des städtischen Krankenhauses Spandau war. Ziel des Vereins ist die Förderung und Weiterentwicklung der durch die anthroposophische Welt- und Menschenerkenntnis erweiterten Heilkunst, insbesondere auf dem Gebiet der Medizin, der Heileurythmie, der anthroposophischen Heilpädagogik, der Psychotherapie, der Pflege und der künstlerischen Therapie.

  • ab April 1998

    Gründungsphase

  • März 2000

    Sakrower Landstrasse

    Ausgründung in par-ce-val Jugendhilfe Berlin gGmbH 2006 (bis Oktober 2007)

    März 2000

  • Dezember 2001

    Spiegelweg

    Ausgründung in par-ce-val Jugendhilfe Berlin gGmbH 2006 (bis 2011)

  • Januar 2003

    Groß Glienicke

    Ausgründung in par-ce-val Jugendhilfe Brandenburg gGmbH (2006)

    Januar 2003

  • Frühjahr 2003

    Reithof Truva

     in der Nähe von Antalya / Türkei (bis Herbst 2009)

  • ab Schuljahr 2005/2006

    Kooperation Waldorfschule Potsdam

    ab Schuljahr 2005/2006

  • Dezember 2005

    Töpelmühle

    par-ce-val Jugendhilfe Sachsen gGmbH – Neugründung

    Dezember 2015 bis Februar 2017 UMA Projekt

    Wiedereröffnung Töpeln Januar 2019

  • April 2007

    Daumer Haus gGmbH

    Medizinische Reha Sucht (DAV Hessen) – 2010 Betrieb eingestellt

    April 2007

  • Oktober 2007

    Kladow - Haus 16

    Ausgründung in par-ce-val Jugendhilfe Berlin gGmbH (2006)

  • Oktober 2008

    Eichenhaus - Rädel

    par-ce-val Jugendhilfe Brandenburg gGmbH

    Oktober 2008

  • Januar 2009

    Gohlitzsee

    Gemeinnützige Kinder- und Jugendhilfe am Gohlitzsee gGmbH

  • Frühjahr 2010

    Reithof Truva II

    Kooperationsprojekt Nähe Izmir/Türkei

    Frühjahr 2010

  • November 2011

    Haus Jona - Rädel

    par-ce-val Jugendhilfe Brandenburg gGmbH 

  • August 2015

    Schwarzenfels

    par-ce-val Jugendhilfe Schwarzenfels in Trägerschaft mit der Daumer Haus gGmbH – Neugründung

    August 2015

  • Dezember 2015

    Beteiligung Fachklinik für Drogenkrankheiten Siebenzwerge

    Medizinische Reha Sucht (RV/KK) junge Volljährige

    par-ce-val Jugendhilfe Brandenburg gGmbH ist 51 % beteiligt

Diese Entwicklungen der letzten 20 Jahre hätten wir so nicht erwartet. Wir möchten an dieser Stelle den Kolleginnen und Kollegen der ersten Stunde danken: Marion, Miguel, Elisabeth und Hubert, vielen Dank für Euren Einsatz.

Ohne die Unterstützung des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe und der damals maßgeblichen leitenden Menschen, wäre unser Anfang wesentlich holpriger verlaufen. Herzlichen Dank an Roland Bersdorf und Harald Matthes.

Wir danken auch dem Vorstand und dem Initiativkreis des gemeinnützigen Vereins zur Förderung und Entwicklung anthroposophisch erweiterter Heilkunst e.V..